Möglichkeiten der wissenschaftlichen Informationsrecherche im Internet am Beispiel der an der Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte der Universität zu Köln gesammelten Datenquellen

Möglichkeiten der wissenschaftlichen Informationsrecherche im Internet am Beispiel der an der Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte der Universität zu Köln gesammelten Datenquellen

Jochen Gartz, M.A., Historisches Seminar, Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte

Einleitung

Der folgende Beitrag soll nach ca. einjährigem Einsatz des Internet in unserer Abteilung ein vorläufiges Resümee der bisherigen Nutzung des neuen Mediums in Forschung und Lehre darstellen sowie einen Ausblick auf zukünftige diesbezügliche Entwicklungen und Aktivitäten geben. Im Mittelpunkt steht dabei der Einstieg in die gezielte Informationsrecherche im World Wide Web am Beipiel der am Institut gesammelten, für Lateinamerikahistoriker relevanten Datenquellen.

Nach einer kurzen Orientierungsphase wurde im Sommer vorigen Jahres mit dem Aufbau unserer Instituts-Homepage begonnen, die sich seitdem vor allem als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit und als Werkzeug für den Historiker bewährt hat [ siehe www ].

Die Bedeutung des Internet in puncto Öffentlichkeitsarbeit ist mittlererweile nicht mehr zu leugnen und soll nur kurz im Hinblick auf die gegenwärtige Situation des Instituts angesprochen werden, wobei wir wohl bisher erst einen Bruchteil des Wold Wide Web Potentials in diesem Bereich ausnutzen.

Durch Präsenz im Internet wird die Arbeit des Instituts für Außenstehende transparenter, und durch E-mail wird die Kommunikation mit seinen Dozenten und Mitarbeitern erleichtert. Vorteile, von denen Studenten wie Lehrkräfte gleichermaßen, aber auch nicht zur Universität gehörende Personen, profitieren. Insbesondere in Hinblick auf den Kontakt mit ibero-amerikanischen Gesprächspartnern hat sich die Kommunikation per E-mail für die Arbeit des Institutes als äußerst hilfreich erwiesen.

Neben der Darstellung unserer Arbeit bildet die Bereitstellung von elektronischen Informationsressourcen zur Geschichte Lateinamerikas und der iberischen Halbinsel einen weiteren Schwerpunkt unserer Präsenz im World Wide Web. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Kontext vor allem die qualifizierte Auswahl themenbezogener weiterführender Informationsressourcen sowie insbesondere der Möglichkeit der weltweiten elektronischen Literaturrecherche, die über alle Instituts- und Fakultätsgrenzen hinweg immer mehr zu einem integrativen Element des wissenschaftlichen Alltags wird.

Im folgenden soll nun anhand einer ersten unvollständigen Bestandsaufnahme der heute im Internet vorhandenen Datenquellen zur Iberischen und Lateinamerikanischen Geschichte eine Einführung in Strategien und Methoden ihrer wissenschaftlichen Nutzung gegeben werden.

Elementare Strategien zur Erschliessung komplexer Datenquellen im Internet

Ein für den Wissenschafter zentrales Problem besteht in der exakten Definition seines Themas, dh. der eindeutigen Abgrenzung seines Untersuchungsgegenstandes von verwandten Objekten – im dezentral organisierten World Wide Web, in dem alles mit jedem verknüpft werden kann, sieht sich er sich mit dieser Problematik in potenzierter Form konfrontiert:

Die beiden grundlegenden Strategien einer Recherche im Internet lassen sich zunächst anhand ihres Automatisierungsgrades unterscheiden. Entweder man sichtet selbst Ressourcenlisten zu einem ausgewählten Thema, oder man schickt eine Suchmaschine mittels Eingabe von Schlagworten auf die “Datenreise”. Beide Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile:

So hängt bei der Qualität der Listen sehr viel davon ab, wie gut sie redaktionell betreut werden, doch selbst die längsten Listen können immer nur einen Ausschnitt des gesamten Informationsangebotes enthalten. Suchmaschinen hingegen können innerhalb sehr kurzer Zeit die riesigen Datenmengen des Internet nach der gewünschten Information durchsuchen und sind dabei stets aktuell. In der Praxis dürfte eine ausgewogene Kombination beider Suchstrategien den erfolgversprechensten Weg darstellen.

Bei der listenorientierten Suche steht der Lateinamerikahistoriker wiederum vor zwei Hauptalternativen, die ebenfalls in der Praxis komplementär genutzt werden sollten.

Er kann bei der Suche entweder von einem fachbezogen Ansatz ausgehen, die Recherche also von vorneherein an explizit historischen Informationsressourcen orientieren, oder durch einen allgemein-geographischen Ansatz wählen, also innerhalb einer universellen Ressourcensammlung zu Lateinamerika nach historisch relevanten Informationen suchen.

In der Praxis relativiert sich allerdings dieser theoretische Ansatz aufgrund der ebenso real wie im Internet existierenden vielfachen Überschneidungen der einzelnen Wissensbereiche. Denn eine definitive Abgrenzung von speziell für den Lateinamerikahistoriker relevanten Informationsressourcen findet in den seltensten Fällen statt.

So sind einerseits die im Kontext allgemeiner historischer Informationsressourcen angegebenen “Hyperlinks” zu Lateinamerika oft eher allgemeiner Natur, während Verweise auf historische Datenquellen im allgemeinen Kontext Lateinamerika in der Regel meistens unterrepräsentiert sind.

Im besten Fall gelangt man an “Hyperlinksammlungen”, die von ihrem Titel her zwar den Anspruch erheben, Informationsquellen zur lateinamerikanischen Geschichte zu sein, sich dann jedoch letztlich wieder nur als eine Mischung allgemeiner Verweise zu Lateinamerika mit einigen spezifisch “historischen links” entpuppen. Neben dieser Grundproblematik beinhaltet das Abgrenzungsproblem für den Lateinamerikahistoriker noch weitere Facetten. So steht er im angloamerikanischen Sprachraum oft vor der Wahl, unter Humanities oder Social Sciences zu suchen, weil History als Schlagwort gar nicht angeboten wird. Ein weiterer Aspekt ist die Abgrenzung zwischen iberischer und lateinamerikanischer auf der einen, und angloamerikanischer Geschichte auf der anderen Seite. Zwar mag es gerade für den Lateinamerikahistoriker mit Sicherheit in vielen Fällen durchaus sinnvoll und notwendig sein, sich einem Thema interdisziplinär anzunähern, doch bieten die zum Wesen des Internet gehörenden assoziativen Verknüpfungen von Informationsressourcen ebenso phantastische Perspektiven, wie sie bei der Suche nach exakten Informationen auch eine erhebliche Belastung darstellen können.

Doch wie bahnt sich der Lateinamerikahistoriker nun konkret seinen Weg durch die immensen Informationsressourcen des World Wide Web, ohne dabei in einem Meer redundanter Daten unterzugehen?

Indizes und Suchmaschinen als zentrale Einstiegspunkte

Für den Einstieg in ein Thema bieten sich nach den beiden anfangs erwähnten elementaren Recherchestrategien zunächst entweder Listen bzw. Indizes oder automatische Suchmaschinen an.

Als allgemein bester Index zu Lateinamerika im Internet gilt der Server von LANIC “Latinamerica in the Internet” an der Universität von Austin in Texas [ siehe www ].

LANIC stellt ein sehr umfangreiches und gleichzeitig benutzerfreundlich strukturiertes Informationsangebot über Lateinamerika zur Verfügung, da man bei der Suche die Wahl zwischen einem nach Ländern oder nach Themen geordneten Index hat.

Seit April 1997 taucht nun erfreulicherweise auch das Schlagwort history in LANIC`s allgemeinem subject directory auf – vorher erschien es erst in dem zur Untersektion Latin American Studies gehörigen Verzeichnis [ siehe www ].

Die Anzahl der geschichtsbezogenen weiterführenden Verweise hält sich allerdings bisher in Grenzen. Möglicherweise hat sich dies jedoch zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels bereits geändert. Eine der vielen, definitiv nützlichen Ressourcen ist beispielsweise die weltweite Liste weiterer Institute, an denen Latin American Studies betrieben werden [ siehe www ].

Bei allem berechtigten Lob für “LANIC” sei noch angemerkt, daß im allgemeinen Index US- und lateinamerikanische Informationsressourcen absolut dominant sind, was zu einem gewissen Grade zwar auch der Realität entspricht, jedoch nichts an der Tatsache ändert, daß europäische Informationsquellen zu Lateinamerika unterrepräsentiert sind.

Die besondere Rolle von LANIC als qualitativ hochwertige online-Informationsressource zu Lateinamerika war bereits Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Den mit ca. 1700 Einträgen umfassensten universellen Index für historische Informationsquellen im Internet findet man auf dem Server der University of Kansas mit dem subjecttree history als Teilbereich der weltweiten wissenschaftlichen virtual library, einer hierarchisch nach Themengebieten bzw. Ländern geordneten Sammlung von Verweisen, durch die der Zugriff auf wissenschaftliche (und andere) Daten erleichtert werden soll [ siehe www ].

Der “subjecttree history” enthält nicht nur nach Themen, sondern auch nach Ländern und Epochen unterteilte Einträge. Lateinamerika ist sowohl als Sammelbegriff als auch in Form einzelner Länder vertreten, Spanien hat ebenfalls einen eigenen Eintrag. Aufgrund seines Umfanges und der Vielzahl von angebotenen Links hält dieser Index für jeden Historiker ein enormes Angebot bereit, allerdings ist er nicht der aktuellste, und die Anzahl der spezifischen Einträge zu Spanien bzw. Lateinamerika ist verhältnismäßig gering.

Ebenfalls sehr umfangreich, dabei jedoch aktueller und überschaubarer strukturiert, ist die “History at your fingertips” genannte, zum Historischen Seminar der Universität Düsseldorf gehörende Sammlung “historisch relevanter Informationsressourcen im Internet”, die sowohl zeitlich und thematisch als auch von der Art der angebotenen Informationsquellen ein sehr breites Spektrum abdeckt. So finden sich dort nicht nur Verweise auf historische Bibliotheken oder Seminare in der ganzen Welt, sondern auch Listen historischer Diskussionsgruppen und historisch interessanter CD-Roms, Lateinamerika und die iberische Halbinsel bilden dabei jedoch auch hier keinen thematischen Schwerpunkt [ siehe www ].

Die deutschen Datenquellen des Teilbereiches Geschichte im Rahmen der weltweiten “virtual library” sind derzeit noch auf dem Server der Universität Heidelberg lokalisiert. Eine Umstrukturierung des hier zu findenden Informationsangebotes ist angekündigt, bisher aber noch nicht realisiert worden. Angeboten werden – nach Teilgebieten bzw. nach Forschungsstätten geordnet – deutsche, auf Geschichte bezogene Internetressourcen [ siehe www ].

Das Teilsammelgebiet “Southamerica” wird vom Autor des Artikels an der Iberischen und Lateinamerikanischen Abteilung des Historischen Seminars der Universität Köln verwaltet [ siehe www ].

Neben Lanic als renommiertester Adresse zu Lateinamerika im Internet und den explizit historisch orientierten deutschen und internationalen Indizes können als weitere Einstiegspunkte für historische Recherchen andere universell ausgerichtete Indizes zur iberischen und lateinamerikanischen Welt dienen, wie zum Beipiel “mundo latino – centro de la red mundial des hispanohablantes”, einem der umfangreichsten spanischsprachigen Internetangebote [ siehe www ].

Eine weitere Option ist der Länderindex von “Yahoo”, der Geschichte als Subkategorie enthält [ siehe www ] oder der allgemeine Geschichtskatalog von “Yahoo” mit ca. 130 Einträgen )[ siehe www].

Ursprünglich aus einer reinen Liste entstanden, hat sich yahoo zu einer der größten Ressourcensammlungen im Internet entwickelt und bietet gleichzeitig eine komfortabel zu bedienende Suchmaschine.

Im Gegensatz zu den reinen Ressourcenlisten, die eine redaktionelle Sammlung und Aufbereitung von Internetadressen voraussetzen, besteht durch den Einsatz von Suchmaschinen wie “yahoo”, mittels verknüpfter oder unverknüpfter Eingabe eines oder mehrer Suchworte, die Möglichkeit, mit Hilfe von automatisierten Suchroutinen (Robots) das Internet regelmäßig nach neuen Informationen zu durchsuchen [ siehe www ].

Die von Yahoo angebotene Möglichkeit, beide Suchstrategien miteinander zu verknüpfen ist mittlererweile im Internet immer häufiger zu finden.

Als leistungsfähigster Suchdienst im World Wide Web gilt momentan “Altavista”, dessen Suchroutinen bei einer Anfrage ca. 30 Millionen Web-Seiten auf 225000 Servern berücksichtigen [ siehe www].

Eine zum Teil erhebliche Verringerung des Arbeits- und Zeitaufwandes läßt sich mit sogennanten Meta-Indizes erzielen, bei denen der Benutzer über eine einzige Suchmaske gleichzeitig mehrere der leistungsfähigsten search engines wie zum Beispiel “altavista” oder “yahoo” auf die Suche schicken kann.

Für eine auf deutsche Web-Seiten beschränkte Suche existiert die Metasuchmaschine “metager” welche die wichtigsten deutschen Suchdienste berücksichtigt [ siehe www ].

Auf internationaler Basis fragt der “metacrawler” die wichtigsten Suchmaschinen simultan ab [ siehe www ].

Auch zu bestimmten Ländern und Themen Lateinamerikas existieren spezielle Suchmaschinen. Eine sehr nützliche Sammlung derartiger “buscadores” oder auch “maquinas de busceda” findet man in der Brand Net-Library [ siehe www ].

Literaturrecherche in Bibliotheken, Bibliotheksverbünden und Textarchiven

Sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene besteht die Problematik der Literaturrechereche via Internet in Hinblick auf die Iberische und Lateinamerikanische Geschichte darin, daß große Teile der vorhandenen Bestände noch nicht elektronisch erfasst sind – dies gilt zum Beispiel auch für die Bestände der zur Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte gehörenden Bibliothek. Im Internet präsentieren Bibliotheken ihre Bestände in der Regel in Form sogenannter “OPACs” (Online Public Access Catalogs), also öffentlich zugänglicher online-Kataloge.

Eine maßgebliche Rolle bei den deutschen, speziell auf Lateinamerika bezogenen “OPACs” wird in Zukunft die Bibliothek des Iberoamerikanischen Institutes der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (IAI) spielen. Das “IAI” verfügt über den in Europa größten Bestand an lateinamerikabezogener Literatur aus den verschiedensten Wissensgebieten, inklusive umfangreicher moderner und antiquarischer Zeitschriftenbestände. Die kompletten ca. 300 000 Bände umfassenden Bestände des IAI lassen sich bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt vor Ort elektronisch durchsuchen. An einem Zugang, über den sich via Internet recherchieren läßt, wird zur Zeit gearbeitet, und auch eine offizielle Internetadresse existiert noch nicht.

Ein weiterer Aspekt der globalen “virtuellen Bibliothek” ist die weltweit voranschreitende Digitalisierung von historischen Quellen aus allen Epochen. Das ehrgeizigste Unternehmen in diesem Kontext ist das von Professor Michael Hart an der Universität von Illinois initiierte und von zahlreichen freiwilligen Mitarbeitern unterstützte “Projekt Gutenberg”, in dessen Rahmen jedem Interessierten Weltliteratur in digitaler Form über das Internet zugänglich gemacht werden soll, um auf diese Weise, ähnlich wie Gutenberg mit seiner Erfindung des Buchdruckes, eine Informationsrevolution auszulösen. Bis zum Jahr 2001 sollen über 10 000, in erster Linie literarische Texte, online abrufbar sein. Die deutsche Sektion des Projektes hat ihren Sitz an der Universität von Hamburg [ siehe www].

Ein anderes ambitioniertes Projekt in dieser Richtung wurde im berühmten Archivo General de las Indias von Sevilla bereits 1985 anläßlich des Quinto Centenario begonnen, bei dem bis 1992 ein Zehntel der Archivbestände digitalisiert wurde.

Ein allgemeines Verzeichnis elektronischer Textarchive steht unter dem Titel “Alex: A Catalogue of Electronic Texts on the Internet” zur Verfügung [ siehe www ].

Das Informationsangebot der größten Bibliothek der Welt, der Library of Congress, über deren Homepage man Zugriff auf ebenso umfangreiche wie interessante Informationsressourcen erhält, ist in vielfacher Hinsicht auch für den Lateinamerikahistoriker relevant [ siehe www ].

Einen wertvollen Beitrag zum historischen Verständnis der Beziehungen zwischen Amerika und Europa stellt die online-Version der von der Library of Congress veranstalteten Ausstellung “1492 an ongoing voyage” dar. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den ersten Kontakten zwischen der Bevölkerung Amerikas und den europäischen Entdeckern, Eroberern und Siedlern in der Zeit zwischen 1492 bis 1600 sowie der Frage nach Ursachen und Wirkungen der europäischen Expansion in Amerika [ siehe www ].

Unter “Research Tools” findet man in der Library of Congress die Internetausgabe des seit 1935 bestehenden “Handbook of Latinamerican Studies”, eine der wichtigsten Bibliographien zur Lateinamerikaforschung, die insbesondere für den Historiker ein unverzichtbares Refernzwerk darstellt [ siehe www ]. Daneben besteht die Möglichkeit, online in den Bibliothekskatalogen der Library of Congress zu recherchieren [ siehe www ].

Auf dem Campus der Universität von Austin in Texas befindet sich neben dem Server von “LANIC”, der ebenfalls eine Reihe von bibliothekarischen Ressourcen bereitstellt, die auch in einer online-Version präsente “Nettie Lee Benson Collection”. Sie enthält mit über 675 000 Büchern, Zeitschriften und Dokumenten einen der umfangreichsten bibliothekarischen Bestände zur iberischen und lateinamerikanischen Welt, der in den USA zu finden ist [ siehe www ].

Diese Sammlung, die ursprünglich auf Mexiko ausgerichtet war, umfasst mittlererweile sämtliche lateinamerikanischen Länder und reicht zeitlich von der Entdeckung Amerikas bis zur Gegenwart. Via Internet besteht die Möglichkeit, im Bibliothekskatalog zu suchen und darüber hinaus werden spezielle Teilbereiche der Sammlung, wie zum Beispiel die Relaciones Geográficas, eine der wichtigsten Quellen zur spanischen Conquista Zentralamerikas, online präsentiert.

Der Lateinamerikabereich der “Howard Tilton Memorial Library” in Tulane ist mit über 280 000 Büchern und Zeitschriften eine der weltweit wertvollsten Sammlungen auf diesem Gebiet. Die Bestände reichen von der präkolumbischen Ära bis zur Gegenwart und lassen sich via online-Katalog recherchieren [ siehe www ].

Die Lateinamerikasektion der “Howard Tilton Memorial Library” arbeitet eng mit dem sich ebenfalls in Tulane befindenden “Roger Thayer Center for Latin American Studies” zusammen, das verschiedene akademische Lateinamerikastudien-programme anbietet [ siehe www ].

Die online-Version der Bibliothek der Universidad Complutense de Madrid bietet reichhaltige eigene Bestände sowie umfangreiche Verweise auf weitere Bibliotheken und Bibliothekskataloge zur iberischen Halbinsel und Lateinamerika [ siehe www ].

Eine weitere empfehlenswerte Auflistung von nach Ländern geordneten lateinamerikanischen Bibliotheken findet man im Rahmen der sehr guten Lateinamerikaressourcen von LANIC [ siehe www ].

Eine umfassende Liste spanischer Bibliotheken findet man auf dem Server der Universität von Granada [ siehe www ].

Einen weltweiten Überblick über online präsente Bibliotheken inklusive verschiedener Indizes (zum Beispiel nach Art der Bibliothek oder nach geographischem Standort aufgelistet) bietet “Web Cats” [ siehe www ].

Ein unabhängig vom gewählten Thema generell sehr gutes Werkzeug für die online-Literaturrecherche stellt der virtuelle Bibliothekskatalog der Universität Karlsruhe dar, der nach dem Prinzip eines Metaindex funktioniert, dh. es besteht die Möglichkeit, eine Anfrage gleichzeitig an mehrere Bibliotheken bzw. sogar Bibliotheksverbünde zu richten, was in der Regel eine erhebliche Verringerung des Zeit- und Arbeitsaufwandes bei der Literaturrecherche bedeutet [ siehe www ].

Zugriff auf die Bibliothekskataloge entfernter Rechner über Telnet und Hytelnet

Bei “Telnet” handelt es sich um ein sogenanntes “Terminal-Emulations-Protokoll”, das es dem Benutzer erlaubt, von seinem Computer aus einen fremde Rechner (der in der Regel zu einer Bibliothek gehört) fernzusteuern, was sich in der Praxis in vielen Fällen aufgrund der sich für den Benutzer ergebenden Notwendigkeit, mittels kryptischer Befehlscodes mit dem “fernzusteuernden” Computer zu kommunizieren, als nicht ganz unproblematisch erweist. Bietet eine Bibliothek die Alternative, entweder über Telnet oder über ein graphisches Benutzerinferface auf ihre Bestände Zugriff zu erhalten, ist in der Regel letztere Möglichkeit vorzuziehen.

Einen Überblick über via Telnet zu erreichende Bibliotheken bietet der sehr umfangreiche Index von “Hytelnet”, der auf einem Rechner der University of Saskatchewan (Kanada) angeboten wird [siehe www ].

ber Telnet läßt sich beispielsweise der “OPAC” der Stadt- und Universitätsbibliothek Köln aufrufen [ siehe www ].

Eine für den ungeübten Benutzer leichter zu handhabende Alternative stellt – im Fall des Beipiels Köln – die Suchmaske der “Abteilung für Dezentrale Katalogisierung” dar, über die man ebenfalls Zugriff auf die online-Recherche in den Bibliotheksbeständen erhält [ siehe www ].

Häufig erreicht man über Telnet für Historiker interessante Datenbanken, wie zum Beispiel die “Historical Abstracts” oder “Dissertation Abstracts”, die von Bibliotheken in CD-Rom und/oder Online-Versionen angeboten werden. Neben den bedienungstechnischen Hürden, die es zu meistern gilt, besteht bei diesen Informationsangeboten jedoch in vielen Fällen das zusätzliche Problem, daß sie aus lizenzrechtlichen Gründen nur auf lokaler Ebene zugänglich sind. Konkret bedeutet dies am Beispiel Köln, dass man sich innerhalb des “UKLAN”, des Kölner Universitätsnetzes (das nur für Universitätsangehörige bzw. Studenten zugänglich ist) befinden muß, um die CD-Rom Recherche der Kölner Unibibliothek aufrufen zu können. (Das Kölner “Fallbeispiel” läßt sich beliebig auf andere Universitätsbibliotheken übertragen.)

Die Suche in Datenbanken und Archiven

Bei den Datenbanken ist zunächst grundsätzlich zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten zu unterscheiden.

Den größten nichtkommerziellen Artikelindex der Welt bietet die Online-Datenbank von “Carl UnCover”, die von der amerikanischen CARL-Organisation (Colorado Alliance of Research Libraries) in Denver betrieben wird und ca. fünf Millionen Artikel aus primär englischsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriften bei einem täglichen Zuwachs von ca. 4 000 Einträgen bietet.

Neben den ausführlichen Rechercheoptionen besteht bei UnConver auch die Möglichkeit, sich (kostenpflichtig) Artikel per Post oder Fax zuschicken zulassen [ siehe www ].

Als eine gelungene Kombination zwischen komplexen Retrieval (Recherche) – Möglichkeiten und benutzerfreundlicher Bedienungsführung kann die CD-Rom Datenbank “Historical Abstracts” (HA) bezeichnet werden. Bei ca. 270 000 Einträgen zu Monographien, Sammelbänden und Dissertationen sowie zu Artikeln aus 2100 internationalen Zeitschriften dürfte auch für den Lateinamerikahistoriker etwas dabeisein. In Form von Suchfeldern für Autoren, Zeitschriftentiteln, Schlagworten etc stehen komfortable Suchoptionen bereit und mit dem Feld “time period” lassen sich exakte Zeiträume definieren.

Vom Zugriff her ähnlich ist America: History and Life (AHL), die eine Vielzahl von Themen der nordamerikanischen Geschichte abdeckt.

Die “HA” und die “AHL” gehören zusammen, vor allem im Hinblick auf ihre Zeitschriftenauswertung zu den wichtigsten historischen Online-Datenbanken, während sich die Aufnahme von Büchern stark auf Nordamerika konzentriert.

Ohnehin bietet das Medium CD-Rom für Historiker ungeahnte Perspektiven, wenn man sich veranschaulicht, das auf einer einzigen CD-Rom ca. 650 Megabytes an Informationen gespeichert werden können, was ca. 300 000 Schreibmaschinenseiten bzw. 100 Millionen Worten entspricht.

Die Historical Abstracts können in Köln unter der folgenden Adresse aufgerufen werden, wobei der Zugriff über Telnet erfolgt [ siehe www ].

ber die selbe URL erreichbar sind die online und auf CD-Rom erscheinenden “Dissertation Abstracts”. Eine Datenbank, die in Kooperation mit weltweit über 1000 verschiedenen akademischen Institutionen geführt wird und mehr als eine Million Einträge (zum Teil inklusive eines “Abstract” – einer kurzen Inhaltsangabe) zu Dissertationen aus allen Wissensgebieten, beinhaltet.

Das auch für Historiker interessante, kostenpflichtige Dokumentenliefersystem “JASON-WWW” (Journal Articles Sent On demand) weist in seiner Datenbank hauptsächlich die Zeitschriftenbestände der an JASON-NRW beteiligten Hochschulbibliotheken des Landes nach [ siehe www ].

Zu weiteren Partnerbibliotheken gehören die Rheinische Landesbibliothek Koblenz und die Universitätsbibliothek Trier. Die Integration weiterer Bibliotheken ist in Vorbereitung. JASON-NRW ermöglicht eine Schnellbestellung von Zeitschriftenaufsätzen mit dem Ziel, die selbständig vom Benutzer bestellten Artikel in der Regel innerhalb von 48 Stunden zur Verfügung zu stellen.

JASON beinhaltet zur Zeit 209.483 recherchierbare Zeitschriften. Bestellbar sind davon knapp 75.000 Zeitschriften. Im online-Katalog von JASON kann nach Zeitschriften (nicht nach Artikeln) gesucht werden. Die gewünschten Artikel können mit Hilfe käuflich zu erwerbender “Transaktionsnummern” bestellt und anschließend in der Ortsbibliothek ausgedruckt oder per Post bzw. via E-mail zugesandt werden.

Seit kurzem wird JASON durch die Aufsatzdatenbank JADE ergänzt, in der man recherchieren kann, ob es Aufsätze zu einem bestimmten Thema gibt. Die gefundenen Daten können automatisch von JADE in das Bestellsystem von JASON importiert werden. Allerdings gibt es nicht alle in JADE enthaltenen Titel auch in JASON, da hier u.a. die Daten der British Library zugrundegelegt sind.

Ausführliche Informationen (im Stichwortverzeichnis) sowie neuerdings auch einen WWW-Zugang zu JASON und JADE findet man auf der Homepage der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln[siehe www ].

Das Centro Latinoamericano (CeLa) an der Universität Münster hat unter dem Titel “Quién es quién en la enseñanza de postgrado en los Estudios Latinoamericanos en Europa?” eine Datenbank erstellt, die laufend aktualisiert wird, und einen europaweiten Überblick über lateinamerikabezogene Studiengänge und ihre Dozenten gibt. (http://www.uni-muenster.de/CeLA/ripela/ripela.htm)

Die “Bibliografia Latinoamericana” bietet Zugang zu einer Reihe von zum Teil auch für Historiker relevanten Datenbanken, die vom “Centro de Información Cientifica y Humanistica” der Universidad Autonoma de Mexico” (CICH-UNAM) betrieben werden [ siehe www ].

REDIAL” (Red Europea de Información y Documentación sobre América Latina) bietet bibliographische Informationen zu über 5300 lateinamerikabezogenen geisteswissenschaftlichen Dissertationen, die im Zeitraum von 1980 bis 1996 an europäischen Universitäten eingereicht wurden, sowie eine Liste der von REDIAL herausgegebenen Publikationen [ siehe www ].

Die “Political Database of the Americas”, die vom Georgetown University Center for Latin American Studies in Kooperation mit der OAS betrieben wird, stellt Länderinformationen, Verfassungen, Wahlergebnisse, Regierungszusammensetzungen etc. zur Verfügung[ siehe www ].

Das “Latin America Historical Text Archive” an der Missisippi State University ist, wie der Name bereits vermuten läßt, eine primär historisch ausgerichtete Internetressource zu Lateinamerika, mit wirklich gehaltvollen historischen Inhalten in Form von Text- und Bildarchiven sowie vielen interessanten weiterführenden Links.

Das “Seminar on the Aquisition of Latin America Library Materials” (SALAM) bietet wertvolle bibliographische Informationen über lateinamerikabezogene Publikationen jeglicher Art [ siehe www ].

Von einem interdisziplinären Ansatz ausgehend bietet der Lateinamerikabereich des spanischen “Centro de Información y Documentación Cientifica” (CINDOC) in Kooperation mit “REDIAL” in Form von Datenbanken, eigenen Publikationen und weiteren wissenschaftlichen Dienstleistungen ein sehr interessantes Informationsangebot. Ein Anliegen von “CINDOC” besteht darin, neben den zahlreichen us- und lateinamerikanischen Beiträgen auch die Rolle Europas in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Lateinamerika verstärkt miteinzubringen [ siehe www ].

Eine für den Lateinamerikahistoriker wichtige kommerzielle Datenbank ist der “Hispanic American Periodical Index”. “HAPI” bietet verschiedene Suchmodi an, thematisch, nach Ländern etc. Viele der gefundenen Artikel kann man sich – ähnlich wie bei “CARL” entweder per Post zuschicken oder faxen lassen. HAPI erfasst seit 1970 die lateinamerikabezogenen Artikel von mehr als 400 überwiegend wissenschaftlichen Zeitschriften mit jährlich ca. 8000 neuen Einträgen [ siehe www ].

Das “Instituto de Relaciones Europeo-Latinoamericanas” (IRELA), das auf vielfältige Art und Weise die Beziehungen zwischen Europa und Lateinamerika fördert, bietet ebenfalls eine Datenbank an, die sämtliche sozialen, ökonomischen und politischen Aspekte aller 20 lateinamerikanischen Länder in Form von Texten, Verzeichnissen und Statistiken abdeckt. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die verschiedenen interlateinamerikanischen Kooperationsmechanismen. Interessierte müssen zur Benutzung der Datenbank zunächst eine Autorisierung beantragen [ siehe www ] .

Eine herrvoragende Informationsquelle bezüglich der allgemeinen Thematik der Entwicklung des Internet in Lateinamerika bietet das umfangreiche Textarchiv des wissenschaftlichen Netzwerkes Perus “Red Cientifico de Peru (RCP)” [ siehe www ].

Das Red Cientifico Peruana (RCP) ist ein von seinen ca. 60 000 Benutzern – Akademikern, Geschäftsleuten und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben – finanziertes, nicht profitorientiertes Konsortium, das 1991 gegründet wurde und dem mittlererweile über 3000 Mitgliedsorganisationen angehören.

Sein Direktor, Jose Soriano, hat es als ein autonomes Netzwerk bezeichnet, das nach dem Prinzip des Internet aufgebaut ist, “a network of national networks that belongs to no one and everyone”.

Effektive Kommunikation über Mailing Listen

Jeder Angehörige einer deutschen Hochschule hat einen Anspruch auf eine kostenlose E-Mail-Adresse (E-Mail-Account), mittels der eine Kommunikation über den gesamten Globus möglich wird, bei der nicht nur Nachrichten, sondern in Form eines sogenannten “Attachments” auch umfangreiche wissenschaftliche Texte oder digitale Bild- und Tondateien angefügt werden können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der “digitalen Post” ist die Möglichkeit, eine Nachricht gleichzeitig an mehrere Adressaten zu schicken, dh. eine Mailing Liste zu erstellen bzw. zu empfangen. Insofern stellt das Prinzip der Mailing Listen ein sehr effektives Verfahren der Informationsverteilung im Internet dar.

Es existieren im Netz tausende von Mailing Listen zu den unterschiedlichsten Themen. Mailing Listen werden in der Regel von einem sogenannten List-Server verwaltet, der die jeweiligen Nachrichten und Diskussionsbeiträge automatisch an alle Abonnenten einer Liste verteilt. Hierbei besteht noch ein Unterschied zwischen lokalen Mailing Listen, dh. beispielsweise einer nur an der Universität Köln betriebenen Liste für Angehörige dieser Institution oder gobalen Listen, die weltweit zugänglich sind. Einen Überblick über letztere Kategorie findet man im Internet in der “List of Lists” [ siehe www ].

Um eine Liste abonnieren zu können, muß zunächst per E-Mail ein Befehl an den List-Server zur Aufnahme in den Verteiler geschickt werden. Eine Reihe von standardisierten Befehlen dient zur An- und Abmeldung sowie zur Recherche in den Listenarchiven.

Eine hervorragenden Liste für Lateinamerikahistoriker ist H-LATAM, die thematisch ausschließlich dem Studium und der Lehre lateinamerikanischer Geschichte gewidmet ist. H-LATAM ist Teil des H(istory)-Net, in dem ca. 70 Listen zu historischen Themen zu finden sind. Eine Besonderheit von H-Net besteht darin, daß die einzelnen Diskussionsbeiträge nicht lediglich automatisch an die Empfänger verteilt werden, sondern durch akademisch geschultes Personal betreut und moderiert werden, wodurch ein hohes Diskussionsniveau gewährleistet wird.

Die Mehrzahl der Listen im H-Net sind in englischer Sprache. Die erste deutschsprachige und noch relativ junge Liste im H-Net ist “H-Soz&Kult”, die schwerpunktmäßig einen sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Ansatz verfolgt.

Weitere für den Lateinamerikahistoriker interessante Listen, die auf dem Index der “List of Lists” auftauchen, sind – um nur einige Beispiele zu nennen (mit eindeutig historischer Ausrichtung):

  • ESPORA-L( Spanish-Portuguese History) oder
  • BRAS-NET (Brazilian Discussion Groups/Network)
  • CENTAM-L (Central America Discussion Group)
  • NOTICOL (Noticias de Colombia)

Eine besonders zu Literaturrecherchezwecken interessante “Gattung” sind die “Listas Hispanoamericanas de Bibliotecología”. Einen Überblick, inklusive Beschreibung der einzelnen Listen, bietet der Bibliothekar Saúl H. Souto Fuentes, der selbst die Listen “EducBiblio-L”, sowie “BiblioMex-L” ins Leben gerufen hat, wobei letztere Liste, laut Aussage ihres Schöpfers, allgemein als die wichtigste bibliothekarische Liste im hispanoamerikanischen Raum anerkannt wird [ siehe www ].

Diskussionsforen im Usenet

Im Gegensatz zu den Mailing Listen ist das Diskussionsforum Usenet ohne besondere Anmeldungsformularitäten für jeden Interessenten frei zugänglich. In ihm existieren zur Zeit ca. 13 000 verschiedene Diskussionsforen. Diese Zahl läßt bereits die Bandbreite des Themenspektrums erahnen. Im Unterschied zu den Mailing Listen sind die hier anzutreffenden Listen in der Regel unmoderiert, weshalb das Niveau dieser Listen schwankt. Einen Überblick über das Usenet erhält man zum Beispiel bei Netscape indem man in das Menü Newsgroups wechselt. Für den Historiker bzw. Lateinamerikahistoriker interessant sind vor allem Gruppen mit den Endungen sci (Wissenschaftliche Foren), soc (Gesellschaftspolitische Themen) sowie alt (Beliebige Themen werden von einem “alternativen” Ansatz ausgehend behandelt). Im Usenet existieren beipielsweise Newsgruppen zu einzelnen lateinamerikanischen Ländern, zur iberischen Halbinsel, zu lateinamerikanischer Literatur bis hin zu elektronischen Foren, die etwa Peru’s Sendero Luminoso unterstützen. Das Spektrum reicht also von seriös-akademisch über “Ottonormalverbraucher” bis hin zu mitunter recht bizarren Interessengruppen.

Einige Beispiele für auf Lateinamerika und die iberische Halbinsel bezogene Newsgruppen sind:

  • soc.culture.latin-america
  • alt.culture.argentina
  • soc.culture.spain

Allgemeine historische Diskussionsforen sind zum Beispiel:

  • bit.listserv.history
  • soc.history.moderated
  • soc.history.living

Neben der Möglichkeit, selbst eine Anfrage an eine Newsgruppe zu richten, bieten die mittlererweile in alle gängigen Browser, wie “Netscape” oder “Microsoft Internet Explorer”, integrierten Newsreader die Möglichkeit, eine bereits geöffnete Liste nach Stichwörtern zu durchsuchen. Darüber hinaus existiert für die meisten Usenetgruppen eine FAQ (Frequently Asked Questions)-Liste mit den am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zum jeweiligen Thema.

Elektronische Journale und Online-versionen von Zeitungen und Zeitschriften

Prinzipiell ist bei den online-Publikationen zwischen digitalen Ausgaben bereits vorhandener Printmedien und originär “elektronischen Journalen” zu unterscheiden, die beide im folgenden beipielhaft vorgestellt werden.

Als größte historische Zeitschrift der Welt auch mit einer online-Version im World Wide Web präsent ist die von ihrem Themenspektrum her universell ausgerichtete American Historical Review [ siehe www ].

Ein Beispiel für eine reine online-Publikation bzw. ein “elektronisches Journal” ist “History Reviews On-Line”, die Rezensionen zu historischen Publikationen sowie interessante Informationen zum Thema Geschichte und Computer/Multimedia bietet [ siehe www ].

Bei den deutschen Fachorganen ist unter anderem auch die “Historische Zeitschrift” mit einer Internetversion präsent, sowie weitere Zeitschriften aus demselben Verlag wie “Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte”, “Mitteilungen des Österreichischen Institutes für Geschichtskunde”, etc [ siehe www ].

Die online-Ausgabe einer deutschsprachigen Zeitschrift oder ein deutsches elektronisches Journal zur iberischen bzw. lateinamerikanischen Geschichte muß zum gegenwärtigen Zeitpunkt wohl als Desideratum für die Zukunft bezeichnet werden, wobei in diesem Kontext darauf hingewiesen sei, daß sich gerade im wissenschaftlichen Bereich elektronische Journale als Publikationsmedium anbieten, da weder Druck- noch Distributionskosten anfallen und aktuelle Forschungsergebnisse sehr schnell verbreitet werden können – einige Vertreter dieser Gattung haben bereits mehr als 8 000 Abonnenten in ca. 60 Ländern.

Eine nützliche Auflistung primär akademisch orientierter lateinamerikabezogener elektronischer Journale (inklusive weiterer interessanter Links) ist auf den Webseiten der bereits in der Rubrik “Bibliotheken und Bibliotheksverbünde” erwähnten Lateinamerikasektion der Universität von Tulane zu finden [ siehe www ].

Eine sehr gute Übersicht über die Vielzahl der mittlererweile online präsenten lateinamerikanischen Zeitungen und Zeitschriften ist auf den Seiten des Romanischen Seminars der Universität Köln zu finden [ siehe www ].

Zukunftsperspektiven

Die Abteilung für Iberische und Lateinamerikanische Geschichte wird ihre Internetpräsenz in Zukunft weiter ausbauen, ihre Datenbestände kontinuierlich pflegen sowie zusätzliche Serviceleistungen, wie zum Beispiel den elektronischen Zugriff auf die Bestände der Institutsbibliothek anbieten.

So wurde bereits im vergangenen Jahr in Kooperation mit der Abteilung für Dezentrale Katalogisierung der Universitätsbibliothek Köln mit der elektronischen Erfassung der Bestände der Institutsbibliothek begonnen. Das langfristige Ziel ist hierbei, den gesamten ca. 60 000 Bände umfassenden Bestand elektronisch zu katalogisieren, um ihn auf diese Weise bibliotheksintern durch Computerterminals sowie extern im World Wide Web für die computergestützte Literaturrecherche für jeden Interessenten zugänglich zu machen.

Ein weiteres für die Zukunft geplantes Projekt ist die Durchführung eines experimentellen virtuellen Seminars zu Themen der iberischen lateinamerikanischen Geschichte, bei dem die Teilnahme ausschließlich über das World Wide Web erfolgt. Weitere Perspektiven der Nutzung der neuen Medien ergeben sich vor allem bei der multimedialen Aufbereitung von Lehrinhalten und wissenschaftlichen Beiträgen zwecks Präsentation im Internet und auf CD Rom.

(Der Autor erstellt zur Zeit für beide Einsatzgebiete einen multimedialen Leitfaden über im Internet zu findende Informationsquellen zur Iberischen und Lateinamerikanischen Geschichte).

Wichtig ist in diesem Kontext das Bewußtsein um Chancen und Risiken der neuen Medien, die, wie auf dem vergangenen Kolloquium treffend formuliert wurde, in Forschung und Lehre immer als komplementäres, jedoch nie als substituierendes Element fungieren sollten [ siehe www ].

Der durch das Rektoratskolloquium “Multimedia” beschrittene Weg, eine zentrale Plattform für die Multimedia-Aktivitäten der verschiedenen zur Universität Köln gehörigen Institute zu schaffen, erscheint mir in diesem Sinne vor allem unter zwei Aspekten als sehr aussichtsreich.

Eine derartige zentrale Plattform kann einerseits als wichtige Schnittstelle zwischen Universität und Wirtschaft fungieren – wie zum Beispiel in Form der Kooperation mit der IHK Köln – und auf der universitätsinternen Ebene mit dazu beitragen, daß Multimedia nicht zum Selbstzweck degeneriert, sondern gezielt dazu eingesetzt wird, um komplexe Informationen transparenter darzustellen und dabei als Katalysator für den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch zu fungieren.

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